Vietnam mit Kindern Mui Ne Strand

Wir, das sind zwei junge Eltern und unsere kleine Königin (15 Monate), haben uns entschlossen, während unserer Elternzeit eine Weltreise zu unternehmen. Nachdem wir einen Teil der Westküste in den USA mit dem Camper bereist haben, auf Hawaii mit Schildkröten schwimmen waren, in Neuseeland Gletscher inspizieren konnten und Neujahr in Sydney verbracht haben, zieht es uns nach Asien. Nach Bali ist Vietnam das erste asiatische Land, bei dem wir einen dreiwöchigen Stopp einlegen. Es war die absolut richtige Entscheidung nach Vietnam zu reisen, weil das Land so viel vereint: eine bewegte Geschichte, wunderschöne Strände und ganz viel Kultur sowie richtig leckeres Essen. Vorhang auf für unsere Tipps für Vietnam mit Kindern!

Halong Bay Ausblick vom Schiff

Vietnam mit Kindern – 1. Treiben lassen in Saigon

Der erste Stopp ist Saigon, wie es früher hieß oder Ho Chi Minh City, wie die Stadt seit 1976 heißt, benannt nach dem 1969 verstorbenen Staatschef. Dort starten wir gleich ins Nachtleben im Backpacker Viertel von Saigon und das ist kunterbunt! Es ist so viel los, dass wir auch abends immer etwas zu tun haben, indem wir uns auf Streifzüge durch die Stadt begeben. Es wird bis spät in die Nacht auf der Straße an Kinderplastiktischen gegessen und Kaffee getrunken. Die Kaffeekultur in Vietnam ist sehr ausgeprägt und super interessant. Es gibt viele verschiedene Sorten, denn immerhin ist Vietnam mittlerweile der zweitgrößte Kaffeeproduzent der Welt. Der vietnamesische Klassiker ist gekühlt und mit Kondensmilch. Echt lecker!

Die Vietnamesen sind begeistert von unserem winkenden „happy baby“. Nicht selten nehmen die Leute einfach ihre Hand und laufen ein Stück mit uns mit – zur Freude unserer Kleinen. Wir fühlen uns sehr willkommen und sicher. Es gibt auch immer wieder Spielplätze, wie im Park „September 23“, die zwar eher in die Kategorie Retro/Used Look fallen, aber ihren Dienst dennoch anstandslos tun.

Vietnam mit Kindern – 2. Streetfood ausprobieren und den verrückten Straßenverkehr kennenlernen

Wir lassen uns zu Fuß durch die Stadt treiben, die kleine Königin immer im Gepäck bzw. in der Trage. Einen Buggy könnt ihr unserer Meinung nach zu Hause lassen. Schon nach wenigen Tagen, wacht sie nicht mehr auf, wenn ein Auto neben uns hupt und stört sich auch nicht an dem wilden Treiben um sie herum. Die kleinen Tische und Hocker bei den super leckeren Streetfood Restaurants kommen ihr sehr gelegen, endlich kann sie einen Hocker sogar dorthin umstellen, wo es ihr passt.

Das Essen in diesen kleinen Buden und Wagen könnt ihr ohne Bedenken essen und auch an die kleinen Mitreisenden verfüttern. Aber wie so oft gilt die Regel: wo nichts los ist, eher auslassen und dorthin gehen, wo die Locals essen. Häufig ist das Essen scharf, aber da es frisch zubereitet wird, könnt ihr euch problemlos verständlich machen und Änderungswünsche einbringen.

Ein Highlight in Saigon ist der Verkehr. Hier ist mehr los als überall sonst in Vietnam. Die Straßen sind voller Roller, die ganze Familien oder hochgestapelte Lebensmittel, bspw. sehr hohe Eier-Türme(!) transportieren und es gibt keine wirklich geregelten Übergänge. Hier und da gibt es Fußgängerampeln, die allerdings wenig bringen. Die Regel ist: Ihr lauft langsam mit konstanter Geschwindigkeit über die Straße und die Autos und Roller umfahren euch. Gerade mit Kind sind solche halsbrecherischen Aktionen weniger cool, aber in Saigon ein Muss, sonst kommt ihr einfach nicht rüber.

In den anderen Städten, in denen wir unterwegs waren, geht es wie überall in Asien für unsere Verhältnisse etwas chaotisch zu, aber es gibt nirgendwo eine solche Rollerflut wie in Saigon.

Nachtmarkt in Hoi An

Vietnam mit Kindern – 3. Besuch der Tunnel von Củ Chi

Die Củ Chi Tunnel liegen ca. zwei Autostunden nordöstlich von Ho-Chi-Minh City und sind auf jeden Fall einen Ausflug wert. Es ist unvorstellbar, was die Menschen mit den einfachsten Mitteln hier geschaffen haben, um im Krieg zu überleben und sich gegen einen scheinbar übermächtigen Feind zu verteidigen. Wir konnten uns vorher nicht vorstellen, welche Bedeutung diese von Hand gegrabenen und sehr durchdachten Tunnelsysteme im Krieg hatten.

Die gut ausgebildeten Guides führen die Besucher durch die verschiedenen Stationen des für den Tourismus hergerichteten Areals, welche die unterschiedlichen Facetten der Tunnel und des Lebens in ihnen darstellen. Die Geschichte von Vietnam ist sehr ergreifend und traurig, trotzdem wird in diesem Freilicht-Museum vor allem der Erfindergeist und Überlebenswille der Bevölkerung herausgestellt. Die Tunnel sind sicherlich einzigartig auf dieser Welt und auch in Vietnam nur an zwei Orten für die Öffentlichkeit zugänglich. Hierfür wurden unter anderem die ursprünglichen Tunnel verbreitert, sodass westliche Touristen diese ebenfalls betreten können, was uns jedoch nicht vor kleineren Klaustrophobie-Anfällen bewahrt. Einen Guide könnt ihr über euren Airbnb Host buchen oder über die Hostels und Schilder auf der Backpacker Straße.

Vietnam Tunnel Cu Chi

Vietnam mit Kindern – 4. Nicht ganz so romantisch Zug fahren

Von Saigon aus wollen wir weiter nach Mui Ne und zwar per Zug. Unser Airbnb-Host organisiert die Tickets online und wir fahren mit einem ‘Grab’, die asiatische Version von ‘Uber’ zum Bahnhof. Dieser ist für eine Metropole wie Saigon ziemlich klein, aber super organisiert. Wir warten kurz, bis wir pünktlich einchecken dürfen. Es ist genau festgelegt, wo wir warten und welche Tür wir nehmen müssen. Das Personal spricht wieder mal kein Wort Englisch, macht aber nichts, denn auf den Tickets steht ja alles drauf. Wir sind sofort das Highlight in unserem Abteil, werden in Gespräche verwickelt, kommunizieren dabei mit Hand und Fuß und bekommen jede Menge Essen angeboten. Es ist auch nicht so ganz klar, wann genau wir aussteigen müssen, die Durchsagen sind auch mit viel Mühe für uns komplett unverständlich und der Schaffner nicht immer im Abteil. Die netten Leute um uns herum geben uns aber per Handzeichen an, wann wir aussteigen müssen.

An der Küste in Mui Ne, einem vorwiegend durch russischen Tourismus geprägten Ferienort, wollen wir ein paar Tage entspannen. Nach einigen Anfragen finden wir das kleine Hotel Villa Aria Mui Ne, wo wir viel Zeit am Pool und auf dem Wasser verbringen, denn zum Kitesurfen ist es hier perfekt. Jeden Tag ab der Mittagszeit weht der Wind so stark, dass der Strand von bunten Kites übersät ist. Die Sonnenuntergänge sind ein Traum. Dennoch liegt viel Müll am Strand und auch das Wasser ist voller Plastikmüll. Jeden Tag wird etwas mehr ersichtlich, dass der Ferienort künstlich in eine Düne gebaut wurde und das Wasser Stück für Stück das Land weiter abträgt, sodass die Palmen vor unserem Hotel bis zu den Wurzeln freigespült sind, teilweise dadurch umkippen und vor den Mauern einiger Hotels riesengroße Kissen mit Sand gefüllt werden, die das Wasser abhalten sollen, die Hotelmauer wegzuspülen.

Eine weitere Zugfahrt steht an, diesmal mit dem Nachtzug. Wir wollen nach Hoi An und steuern dazu Da Nang an. Da Hoi An weder einen Bahnhof noch Flughafen hat, müssen wir die Strecke per Taxi zurücklegen. Im Zug haben wir zwei Schlafplätze im 4er Abteil ergattert. Zu unserer Erheiterung fahren wir nicht nur mit einem jungen vietnamesischen Pärchen, auch deren beide Möpse sind dabei! Die beiden sprechen kein Wort Englisch, wir kommen aber gut mit Zeichensprache aus. Bei einem Rundgang finden sich im Zug jede Menge Kinder, die alle sehr interessiert an uns sind, sodass sich die ersten Stunden der insgesamt 17 stündigen Fahrt gut überbrücken lassen.

Zugfahrt Vietnam Da Nang

Nach einem einfachen, aber leckeren Abendessen im Zug, dass wir uns mit Handzeichen ergattert haben, geht’s ins Bett. Wir haben noch gerade so die letzten Betten oben bekommen, für Papa, der über 1,90 m groß ist, sind die Pritschen ziemlich kurz und eng, deswegen teilen die Girls sich eine Pritsche.

Wundert euch nicht über die schweren Wolldecken, die auf jeder Pritsche im Zug liegen: nach ein paar Stunden wird uns klar, wieso diese im Zug ausliegen: Je weiter wir in den Norden kommen, umso kälter wird es. Inzwischen tragen die Leute an den Bahnhöfen schon Daunenjacken. An dieser Stelle unser Tipp: Unbedingt warme Kleidung mitnehmen, das Klima unterscheidet sich doch erheblich von Norden nach Süden.

Der Zug stoppt morgens früh in Da Nang, wir steigen relativ erholt und mit jeder Menge lustiger Erinnerungen in ein Taxi und fahren in die ca. 45 Minuten entfernte Stadt Hoi An. Zug fahren lohnt sich, trotzdem buchen wir vom nächstgelegenen Flughafen in Da Nang nach Hanoi einen Inlandsflug, denn das geht doch erheblich schneller. Dennoch empfehlen wir euch, unbedingt einen Teil der Reise per Zug zurückzulegen, es ist ein einmaliges Erlebnis.

Züge könnt ihr hier buchen: www.dsvn.vn – VORSICHT! Zu unserer Zeit hat es nicht funktioniert mit einer deutschen Kreditkarte zu zahlen, weshalb wir über die Unterkünfte buchen mussten.

Vietnam mit Kindern – 5. Hoi An per Fahrrad entdecken

Die Stadt der Laternen ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Als wir ankommen, ist es etwas kühl und die Stadt gerade am Erwachen. Etwas versteckt liegt Rosies Café, wo ihr neben Kaffee auch ein unfassbar gutes Frühstück bekommt. Hoi An ist zwar sehr touristisch, aber durch die autofreie Altstadt perfekt geeignet, um mit kleinen Kindern durch die Gassen zwischen den gelb gestrichenen Häusern zu ziehen.

Hoi An mit Kindern

Auf dem Nachtmarkt gibt es alles Mögliche an Essen zu probieren und ihr könnt zuschauen, wie die weltberühmten Lampen hergestellt werden. Eine Radtour durch die Region zum Meer schließt den Aufenthalt perfekt ab. Dort entdecken wir etwas versteckt das Café La Petite Patisserie mit den wahrscheinlich besten Eclairs außerhalb Frankreichs.

La petite patisserie Hoi An

Die Straßen sind super zum Radeln, es herrscht wenig Verkehr und die Hotels verleihen sogar Räder mit Kindersitzen. Einen Kinderhelm hatten wir bereits in unserem Minimalgepäck (23 Kilo für alle drei) dabei, den brauchten wir auch für unsere Rollerfahrten in anderen asiatischen Ländern.

Hoi An Radtour

Vietnam mit Kindern – 6. Chinese New Year in Hanoi

Die kleine quirlige Hauptstadt ist ein riesiger Gegensatz zu Saigon. Wir haben ein tolles, kleines Airbnb gebucht. Von dort aus erkunden wir auch diese Stadt furchtlos und wieder zu Fuß. Es ist erstaunlich kalt, sodass wir in der Not eine kleine Jacke kaufen müssen, womit wir nicht die einzigen Touristen sind. Der Weg um den kleinen Stadtsee Ho Tay eignet sich sehr gut zum Schlendern und wir treffen immer wieder Familien, die auch mit ihren Kindern unterwegs sind. Auf einer Seite werden kleine Autos verliehen, welche die Eltern fernsteuern können, während die Kinder „selbst“ fahren, ein Highlight für jedes Kind!

In Hanoi fährt der Zug direkt durch die Stadt – und damit direkt durch das Leben und den Alltag der Menschen, was ihr euch auf jeden Fall anschauen müsst. Kommt kein Zug, wird auf den Gleisen gekocht oder gespielt, so als würden sie nicht existieren.

Hanoi Leben auf den Gleisen

Da wir am Chinese New Year in Hanoi sind, laufen die Vorbereitungen für den Jahreswechsel auf Hochtouren. Auf den Märkten werden Blumen und ganz viel Gold verkauft, jede Familie schlachtet ein Huhn (auch auf dem Gehweg vor unserem Haus) und in den Cafés gibt es nur noch eine limitierte Karte. Einige der Neujahrstraditionen haben wir in einem kleinen süßen Little Plan Café gelernt, welches wir zufällig entdeckt haben. Es liegt etwas versteckt im ersten Stock eines Wohnhauses und hat nur außen ein Banner über den Balkon gehängt, ein echter Geheimtipp – noch. Zwar gab es keine Spielsachen für Kinder, aber die lieben Bedienungen hatten gleich ein kleines Geschenk parat.

Wirklich empfehlenswert ist auch das Museum der Frauen, wo ihr viel über die Kultur, die Position der Frauen in Vietnam und ihrer Rolle im Krieg lernen könnt.

Vietnam mit Kindern – 7. Die Halong Bay entdecken

Ein Ausflug zur Halong Bay ist ein absolutes Muss, wenn ihr Hanoi ohnehin auf eurer Route habt. Es ist zwar ein aufwändiger und teurer Ausflug, lohnt sich unserer Erfahrung nach aber zu 100 %. Wir haben eine Tour mit Paradise Curise gebucht und es war wahnsinnig schön und super organisiert. Die Anfahrt von Hanoi zum Hafen dauert gute vier Stunden und diese könnt ihr mit einem Taxi oder Bus zurücklegen. Das Schiff war das neueste im Bestand und die Crew hat sich sehr viel Mühe gegeben, um unseren Aufenthalt perfekt zu machen. Neben hochwertigem Essen gab es einige Ausflüge zu den unterschiedlichen Felsen und Inseln. Wir haben nicht an allen teilgenommen, weil wir von der Kulisse so beeindruckt waren und wir die Zeit auf dem Schiff so sehr genossen haben. Es fühlt sich an, als ob man dauerhaft in diesem Bild herumschippert. Die kurze Zeit auf dem Schiff vergeht wie im Flug und wir konnten uns einfach nicht satt sehen.

Halong Bay Schifffahrt Cruise

Unser Fazit – Vietnam mit Kindern

Vietnam war auf unserer fünfmonatigen Reise durch sechs Länder ein richtiges Highlight und wir würden jederzeit wieder hinfliegen. Die Vietnamesen sind sehr kinderlieb und hilfsbereit, das Essen ist wirklich lecker und es gibt viel zu entdecken. Im Vergleich zu anderen Erfahrungen, die wir in Asien gemacht haben, ist hier auch das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut in Ordnung.

Vietnam mit Kindern – Noch ein paar allgemeine Tipps:
  1. Sich eine lokale Handykarte zu besorgen, können wir wirklich immer empfehlen. Es erweist sich gerade in Vietnam als extrem hilfreich, denn häufig verstehen Taxifahrer nicht wirklich Englisch und unsere Versuche, die Orte auszusprechen sind auch nicht hilfreich.
  2. Bevor ihr Vietnam mit Kindern bereist, informiert euch über die Feiertage im Land. In der Zeit um das chinesische Neujahr ist sehr viel ausgebucht, vor allem die Züge und auch Hotels.
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Vietnam mit Kindern

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Mehr Fotos von Vietnam mit Kindern:
Die Autorin von Vietnam mit Kindern
Lisa Little Lilies Diary Autorenfoto

Lisa schreibt auf kleinekoeniginaufweltreise.com über Abenteuer im Leben ihrer kleinen Königin. Ob alleine, als eingespieltes Duo mit Ihrem Partner und heutigen Mann oder seit 2016 als Familie, Reisen und unterwegs sein ist der zentrale Bestandteil ihrer work-life-balance. Kein Kontinent blieb unverschont und die Liste der Wunschziele wächst eher, als dass sie kleiner wird. Als 2016 ihre Tochter das Licht der Welt entdeckt hat, war klar, dass die kleine Familie in der Elternzeit die Welt bereisen wird, möglichst in warmen Ländern, nie weit vom Meer entfernt und mit nur 23kg für alle drei zusammen. Aus einem Traum wurde Realität und sie hat mit Mann und Tochter die Welt einmal umrundet. So ist sie mit ganz vielen wunderschönen Erfahrungen in ihre Wahlheimat nach Hamburg zurückgekehrt, wo sie schon die nächste große Reise am Planen ist, denn mit dem nächsten Kind geht’s selbstverständlich wieder auf große Reise…Die Erfahrung zeigt: Grobe Ziele sollte man haben, aber der richtige Spaß beginnt erst wenn man es schafft sich treiben zu lassen. Folgt ihr und ihren Abenteuern bei Instagram @kleinekoeniginaufweltreise.

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