Autofahren Kleinkind Tipps

Ihr braucht Tipps fürs lange Autofahren mit Kindern? Im Sommer 2017 ging es mit unserem damals eineinhalb Jahre alten Sohn in die Toskana und damit lag unsere erste richtig lange, tagesfüllende Autofahrt vor uns. Generell ist Valentin ein recht entspannter Autofahrer, aber nach 2-3 Stunden hat er dann doch auch meist wieder genug davon. Verständlich, geht es uns nicht allen so? Also musste gut überlegt werden, wie solch eine lange Autofahrt am besten zu meistern ist.

Auto fahren mit Kindern

Ich habe für euch einige Tipps gesammelt, was bei uns gut geklappt hat und woraus wir unterwegs noch gelernt haben:

Autofahren mit Kindern: Zeitliche Organisation

Macht euch unbedingt Gedanken darüber, zu welcher Tageszeit ihr losfahrt. Die meisten Kleinkinder schlafen ja ziemlich gut im Auto, daher macht es oft wenig Sinn, direkt nach dem Mittagsschlaf oder erholt in der Früh loszufahren. Nutzt die Schlafenszeiten des Kindes! Wir sind um 4:30 Uhr in der Früh losgefahren, damit Valentin die ersten Stunden weiterschlafen kann. Er war kurz munter und ist durch die Motorengeräusche gleich wieder eingeschlummert und hat immerhin für gute zwei Stunden weitergeschlafen.

Autofahren mit Kind

Autofahren mit Kindern: Grobe Punkte eurer Reise
  • Wann müsst ihr tanken? Wir haben nach zwei Stunden tanken müssen und das war auch der Grund, weshalb Valentin aufgewacht ist, sonst hätte er vielleicht noch ein Stündchen weitergeschlafen.
  • Wo könnte ein Staupunkt sein? Macht bloß nicht den Fehler, einen Stau oder zähen Verkehr noch „schnell“ durchfahren zu wollen, wenn das Kind eh schon quengelt. Das war bei uns nämlich der Fall und führte letztendlich zur einzigen wirklich stressigen Situation. Lieber vorher eine Pause machen.
  • Gibt es interessante Orte auf der Strecke, wo man eine kleinen Spaziergang machen könnte, um das Kind auf andere Gedanken zu bringen und auch selbst dabei einen neuen Ort kennenzulernen? Vielleicht liegt ein (Bade-)See am Weg?
  • Welche Raststätten haben Spielplätze? In Italien zumindest findet man allerdings kaum mal Raststationen mit Spielplatz, leider.
Auto fahren mit Kind
Autofahren mit Kindern: Viel Zeit für Pausen

Pausen von mindestens (!) 20 Minuten sind wirklich Gold wert. Danach war Valentin wieder fit für die nächste Etappe. Dabei lohnt es sich, sich nicht immer nur auf Parkplätzen die Füße zu vertreten, sondern auch mal einfach von der Autobahn abzufahren und sich z.B. eine Wiese zu suchen, wo man ein bisschen Natur genießen kann oder sogar ein Picknick machen kann. Wir haben dadurch z.B. unterwegs ganz unverhofft Bekanntschaft mit ein paar netten Eseln am Straßenrand gemacht, die wir auch streicheln konnten.

Es hat uns selbst ganz erstaunt, aber nach einer solchen Energiepause war Valentin wirklich wieder gewillt, ganz freiwillig ins Auto einzusteigen und weiterzufahren. Von einer Wiese hat Valentin selbst Gesammeltes (Äste, Gräser, Blumen) mit ins Auto genommen, auch das hat ihn eine Weile beschäftigt – und etwas Mist gemacht, aber who cares?, solange das Kind glücklich ist!

Lange Autofahrten mit Kindern

Autofahren mit Kindern: Spiele für lange Autofahrten

Ich habe mir tatsächlich bereits Wochen vor der Abfahrt einen Spielzeugrucksack zurechtgelegt und jedes Mal, wenn ich etwas Interessantes fand (auch kleinere Haushaltsgegenstände, leere Döschen zum Aufschrauben etc.), landete es im Rucksack. Und ich denke, dieser Rucksack war im Grunde auch unsere Rettung, dadurch waren die Fahrten wirklich großteils total entspannt. Also nicht im letzten Moment wahllos ein paar Spielsachen zusammenpacken.

Die Vorbereitung lohnt sich wirklich und hat mir eigentlich auch richtig Spaß gemacht. Mittlerweile weiß ich, dass man nach vielen Ideen für solche Rucksäcke (oder Taschen) auch im Internet suchen kann (Stichwort „travel kit“, „Reise-Kit“, „airplane kit“, „activity kit“).

Autofahren mit Kindern

Autofahren mit Kindern: Unsere Spiele für lange Autofahrten
  • 1-2 Lieblingsspielzeuge
  • ein paar neue Spielzeuge
  • mehrere Pixi-Bücher
  •  ein Wimmelbuch
  • super bewährt hat sich auch ein Magnetbuch.

Ansonsten kleinere Gegenstände, die nicht viel Platz brauchen und nicht zu schwer sind, wie z.B. viele Haargummis, die sich Valentin dann der Reihe nach um den Arm geben konnte (das liebte er zu dem Zeitpunkt), Fingerpuppen, mit denen wir ihm Geschichten erzählt haben, wiederverwendbare Sticker und bunte Klebebänder, die er sich auf Kleidung und Arme kleben konnte, oder auch ans Autofenster (was für eine Beschäftigung!), eine Sammlung an kleinen Döschen, die er immer wieder neu ineinander schlichten konnte (kam auch super an), ein Zauberwurm (Wiggly Worm) … Lasst euch von den Vorlieben eures Kindes inspirieren! Mein Tipp: Keine Gegenstände einpacken, die wild im Auto herumfliegen können oder dazu einladen, geworfen zu werden oder auf sonstige Weise den Fahrer zu behindern.

Autofahren mit Baby Tipps

Autofahren mit Kindern:  Tipps für den Spielzeugrucksack

Euer Kind sollte natürlich vorher nicht wissen, was sich im Rucksack befindet. Zögert es außerdem so lange wie möglich hinaus, den Spielzeugrucksack überhaupt anzubieten. Am Anfang ist man selbst noch motivierter, das Kind zu unterhalten und z.B. durch Musik, Singen und Fingerspiele abzulenken.

Gebt nicht den ganzen Rucksack auf einmal, sondern Stück für Stück und hebt euch besondere “Joker” für den Schluss oder gar die Rückreise auf, wenn ihr das schafft. Der Rucksack ist natürlich nur für die Autofahrten gedacht und sollte daher am Urlaubsort am besten gleich im Auto gelassen werden, um weiterhin interessant zu bleiben.

Autofahren mit Kind

Autofahren mit Kindern: Malutensilien

Malblock und Buntstifte durften natürlich auch nicht fehlen! Wir haben auch einen Zauberblock besorgt, auch wenn Valentin dafür eigentlich noch zu klein war. Aber er hat zumindest uns gerne zugesehen, wie wir durch das Darüberfahren mit einem Buntstift die geheimen Bilder sichtbar werden ließen. Ganz toll für kleinere Kinder sind auch Wassermalblöcke, z.B. Aquadoodle Travel oder die Water Wow Malbücher von Melissa & Doug.

Autofahren mit Kindern: Musik

Zumindest bei Valentin wirkt Musik wahre Wunder! Daher nicht vergessen, auch Kinderlieder-CDs oder einfach Musik, die euer Kind mag und bei der es entspannt, einzupacken! Bei etwas älteren Kindern sind Hörbücher sicher toll.

Autofahren mit Kleinkind

Autofahren mit Kindern: Verpflegung

Natürlich sollte auch für ausreichend Snacks und Getränke für den Hunger und Durst zwischendurch gesorgt werden. Auch hier habe ich mir im Vorfeld schon Gedanken gemacht und bin extra zu einer anderen Drogeriemarkt-Kette gefahren, wo ich sonst nie bin, um neue Marken an Babykeksen etc. auszuprobieren. Valentin liebt Motivkekse und da war es naheliegend, für die Autofahrt welche zu besorgen, deren Motive er noch nicht kannte.

Auch über die Menge an Keksen, Obstriegeln etc. haben wir uns bei den Autofahrten ausnahmsweise mal keine Gedanken gemacht. Kennt ihr den “Rosinchen Fruchtmix 5er Pack” von „Freche Freunde“? Diese kleinen mit verschiedenen Trockenfrüchten und Rosinen gefüllten Packungen habe ich damals entdeckt und sie sind so super für unterwegs, weil das Kind durch das Herauspicken der einzelnen Stückchen aus dem Mini-Karton noch mal extra beschäftigt ist.

Kind mit Lunch Box

Autofahren mit Kindern: Der Notfall-Joker

Das war bei uns das Handy, auch wenn ich das eigentlich nicht mag. Aber wenn es anders nicht geht, dann kann man am Handy z.B. Fotos anschauen und Fragen dazu stellen, kurze Videos auf YouTube schauen lassen (bei uns waren das Disney-Songs, am geeignetsten für sein Alter fand ich Aristocats). Wer mag, kann sich ein paar Apps für Kleinkinder auf Handy oder iPad laden – das haben wir nicht gemacht, aber es soll ja ein paar gar nicht schlechte kleine Beschäftigungs-Apps geben.

Autofahren mit Kindern: Was unbedingt ins Auto muss

Vergesst nicht auf eine Sonnenblende für die Scheibe, außerdem eine Nackenstütze zum Schlafen. Wechselwindeln, Wickelunterlage und Wechselkleidung am besten separat in einem kleinen Beutel griffbereit halten. Unterwegs haben wir lieber im Auto auf der Rückbank als auf wenig einladenden Raststation-Wickeltischen gewickelt. Hier haben sich Windelslips zum schnellen Hineinschlüpfen bewährt. Für unterwegs sind die echt super praktisch!

Last but not least: Nicht zu sehr stressen! Und: Alles kann man nicht planen! Vieles ergibt sich auch einfach wunderbar unterwegs!

Autofahren Kleinkind Tipps

Wie die langen Autofahrten für uns verliefen: Gut, großteils wirklich gut! Natürlich hat Valentin zwischendurch mal gequengelt. Und einmal ging es eben auch gar nicht mehr, als wir auf der Höhe von Bologna im Stau waren. Aber abgesehen davon sind diese Autofahrten sogar etwas, an das ich mich gerne zurückerinnere!

Unsere Strecken waren knapp 9 Stunden (reine Fahrtzeit) von Wien in die Toskana, wovon Valentin insgesamt 4 Stunden geschlafen hat (2 in der Früh, 2 zu Mittag). Von der Toskana aus ging es dann weiter an den Gardasee, die Strecke war mit gut 4 Stunden reiner Fahrzeit zwar mit Abstand die kürzeste, aber trotzdem die anstrengendste (der Stau in Bologna). Die Rückfahrt von dort nach Wien dauerte ohne Pausen ca. 8 Stunden und verlief wieder recht unproblematisch, obwohl er insgesamt nur gute 2 Stunden geschlafen hat.

Autofahren mit Kleinkind Tipps

Autofahren mit Kindern


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Die Gastautorin

JohannaF

Johanna ist Fotografin und kommt aus Wien, ist aber großteils im Südburgenland aufgewachsen. Fotografie war schon seit ihrer Kindheit ein Hobby. Ihre ersten Fotos mit eigener Kamera hat sie mit 7 Jahren auf Kreta gemacht. Anfang 20 begann die Faszination für ferne Länder, u.a. ausgelöst durch einen dreiwöchigen Thailand-Rundtrip. Trotz knappem Studentenbudget legte sie jeden Cent fürs Reisen beiseite und merkte: Wenn man konsequent spart, geht sich selbst mit wenig Geld (und ohne hungern zu müssen!) erstaunlich viel aus!

Bald darauf machte sie, eigentlich ausgelöst durch das Interesse an der Reisefotografie, eine Ausbildung zur Fotografin an der Graphischen in Wien – doch bald fand man sie zwischen Newcomer-Models, Make Up Artists und Jungdesignern wieder. Es hatte sie mitten in die Welt der Modefotografie verschlagen. Sie arbeitete eine zeitlang wie besessen tagein tagaus an ihrem Portfolio, fotografierte nur mehr Menschen und vergaß dabei komplett das Reisen. Bis sie eines Tages fast über Nacht wieder genug von der Fashion-Welt hatte. Einfach so.

Eine Babypause später heißt es back to the roots: Nun mit ihrem knapp zweijährigen Sohn hat sie das Reisefieber erneut gepackt. Ganz besonders spannend findet sie, durch ihn die Welt auch selbst wieder ein kleines Stück mit Kinderaugen betrachten zu können. Sie möchte dabei nicht anders reisen, als sie es schon vorher getan hat, bevor sie Mama wurde: sehr aktiv und neugierig, mit allen Sinnen in ein Land eintauchen.

Sie lebt mit Sohn, Freund und zwei griechischen Streunerkatzen in Wien und studiert mal mehr, mal weniger enthusiastisch Germanistik. Sie liebt die Weite sowohl des Meeres als auch der Wüste und der Berge. Und Sonnenuntergänge. Sonnenaufgänge ebenso, wenn da nicht dieses verdammt frühe Aufstehen wäre …

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