Schlittenhunde Alaska

Alaska mit Kindern??? „Wie seid Ihr denn darauf gekommen?“, war sicher die häufigste Reaktion auf die Antwort, wohin uns unsere Sommerreise führt. Die Erklärung war relativ simpel: Eigentlich wollten wir nach Patagonien. Da wir aber nur während der Sommerferien so lange weg konnten, fiel das als Reiseziel einfach aufgrund der Lage auf der Südhalbkugel aus. Nachdem wir uns ein wenig mehr informiert hatten und auch tatsächlich geklärt war, dass wir für fünf Wochen in die USA und nach Mexico gehen, nahmen unsere Pläne langsam aber sicher Gestalt an. Bei der Route hatten wir tatkräftige Unterstützung einer Agentur, die sich auf Reisen dorthin spezialisiert hat. Und dann sind wir nach ein paar aufregenden Tagen in New York tatsächlich in Anchorage angekommen.

Alaska mit Kindern Tipps

Rückblickend kann man sagen, dass Alaska uns nachhaltig beeindruckt und auch ein Stück weit verändert hat. Es hat uns unglaublich schöne, intensive Momente geschenkt, wertvolle Familienzeit, tolle Begegnungen mit wahnsinnig netten, teilweise skurrilen Menschen. Und es hat uns mit einer Sehnsucht nach dieser unfassbar schönen Natur, Ruhe, Weite nach Hause geschickt.

Wochen später kommen immer wieder Dinge von den Kindern, die sie offenbar sehr beeindruckt und beschäftigt haben. Wir Großen fühlen uns von der Hektik und dem Lärm des Alltags jetzt oft schier erdrückt – wer ein Mal vor einem Tal gestanden ist, mit unfassbarer Weite, wenn das einzige Geräusch von einem Rothörnchen stammt, das im Baum über dir fiept, ohne Anzeichen von Zivilisation, ohne Handy-Empfang und man sich ganz klein und demütig fühlt, weiß, was ich meine. Und ich ertappe mich dabei, wie ich auf Dienstreise morgens in einem Berliner Hotel beim Frühstück sitze, mir einen Film über den Denali Nationalpark anschaue und mich frage „ Was tue ich überhaupt hier?“

Valdez Natur Panorama Alaska

Alaska mit Kindern: Kachemak Bay und Homer – Fischotter sind soooo niedlich!

Nachdem wir unseren Mietwagen abgeholt haben, geht es los in Richtung Homer. Wie groß und weit das Land ist, wird einem schnell bewusst: Unglaubliche Ausblicke, grüne Bergketten, die anmuten wie Neuseeland, Meer, Wald, Gletscher, Eis und Tiere: Wir sehen einen Weißkopfseeadler und, man mag es kaum glauben: Bei einem spontanen Stopp (Pinkelpause!) am Kenai River entdecken wir neben Fliegenfischern auch unseren ersten Schwarzbären. Gemütlich trottet er am anderen Ufer entlang. Unglaublich! Wir erreichen gegen 17 Uhr Homer und sind begeistert von unserem Appartement, der Baycrest Lodge. Ein fantastischer Ausblick auf die Kachemak Bay belohnt zusätzlich für die lange Fahrt.

Schwarzbär Alaska

Am ersten Tag erkunden wir den Homer Spit. Das ist eine Landzunge, die gut 7 Meilen ins Meer hinausragt und wo sich vor allem im Sommer das Leben abspielt. Viele Restaurants findet man hier, Anbieter von Ausflugsmöglichkeiten und Shops. Die Kinder toben sich erst mal am Strand aus. Gerade ist Ebbe und bei einem Tidenhub von gut 20 Fuß, also ca. 7 m (angeblich der 2. größte auf der Welt) gibt das Meer viel Land preis und man kann prima tonnenweise Muscheln sammeln. Wir entscheiden uns spontan für eine zweistündige Bootstour in die Kachemak Bay. Diese Touren kann man problemlos direkt vor Ort bei zahlreichen Anbietern buchen, wie z.B. hier: True North Kayak

Mit unserer Kapitänin Catherine geht es auf einem kleinen Boot, mit dem sonst Material, Nahrungsmittel o.ä. quer über die Bay transportiert wird, los. Bald entdecken wir den ersten Seeotter, der an Niedlichkeit kaum zu überbieten ist. Zu Lillys großer Freude zählen wir sage und schreibe 23 Stück während des Ausflugs. Zudem die ebenfalls sehr putzigen Puffins (Papageientaucher), viele Möwen und andere Vögel. Mit viel Glück kann man hier beim Urlaub in Alaska mit Kindern auch Wale sehen.

Papageientaucher Puffins Alaska

Ein absolutes Muß in Homer: Frisches Seafood! Lachs, Muscheln, Heilbutt (Homer ist der Heilbut Hotspot schlechthin) und Jakobsmuscheln sind superlecker und selten irgendwo frischer zu finden. Abends machen wir unser eigenes BBQ und haben noch viel Spaß am Lagerfeuer, das man an der heimischen, dafür extra eingerichteten und gut bestückten, Feuerstelle anzünden kann (wohlgemerkt mit Diesel als Brandbeschleuniger).

Seeotter im Meer Alaska

Eine Gruppe von Seeottern in Alaska

Alaska mit Kindern: Anchor Point Beach

Auf der Weiterfahrt zu unserem nächsten Ziel Seeward machen wir nur ein paar Kilometer nördlich Stopp am Anchor Point Beach. Eigentlich wollten wir dort nur kurz anhalten, da ich gelesen hatte, dass man hier den Weißkopfseeadlern am Strand so nah kommen kann, wie kaum wo anders. Aus dem kurzen Stopp werden drei Stunden. Bei grandiosem Sonnenschein können wir gar nicht genug bekommen von diesem fantastischen Stückchen Erde. Wir haben genau den richtigen Moment erwischt und können bei Ebbe auf dem kilometerlangen Strand bis weit ins Meer hinein laufen. Gegenüber am anderen Ufer sieht man schneebedeckte Berge, u.a. den Iliamna Volcano und drei weitere Vulkane. Das absolute Highlight allerdings sind allerdings tatsächlich die vielen Weißkopfseeadler, die direkt am Strand landen und hier fressen. Die Kombination aus Meer, Land, Berge und Tieren ist unfassbar und wir stehen minutenlang still und staunend am Strand.

Seeadler Strand Alaska

Alaska mit Kindern: Seward – Whale Watching in den Kenai Fjords

Seward ist ein kleines Städtchen, das direkt an an der Resurection Bay liegt.
Auf dem Weg zu unserer Lodge, die direkt an der Bay liegt mit fantastischem Ausblick von der Terrasse, staunen wir nicht schlecht: Irgendetwas hüpft die ganze Zeit aus dem Wasser. Bei näherem Hinsehen entdecken wir, dass es Lachse sind, die förmlich im Wasser zu tanzen scheinen und immer wieder nach oben springen. Unsere Gastgeber treffen wir dann auch unterhalb der Lodge am Strand beim Fischen an und lernen gleich, dass Lachs nicht gleich Lachs ist und dann gerne der vermeintlich „falsche“ Lachs auch kurzerhand wieder ins Meer befördert wird. Mit offenem Mund schauen wir zu, wie ein Wildlachs-Prachtexemplar quasi seine 2. Chance bekommt.

Von Seward aus starten jeden Morgen die Boote in Richtung Kenai-Fjords zu mehrstündigen Ausflügen, bei denen man viele Tiere, Gletscher und die wunderschöne Natur der Fjorde entdecken kann. Natürlich hat jeder insgeheim aber ein großes Ziel: Wale zu sehen. Die Touren kann man bereits im Vorfeld buchen und in der Hochsaison ist das auch dringend zu empfehlen. Hier findet ihr sie: Alaska Travel – Kenai Fjord Touren

Morgens um 10 Uhr geht es mit der Orca Voyager los. Wir haben uns für die Tagestour, die gute 8 Stunden geht, inkl. Verpflegung entschieden. Wir sind heilfroh, die Winterausrüstung mit Skiunterwäsche, Handschuhen, Mützen dabei zu haben, denn es weht trotz Sonne ein strammer und kalter Wind an Bord. Neben unzähligen Vögeln sehen wir an diesem Tag Seehunde, Seelöwen, die faul in der Sonne liegen auf den vielen kleinen Inseln. Natürlich auch Seeotter und die goldigen Puffins begleiten uns immer wieder. Ein echtes Highlight ist aber der Aialik Gletscher, der bis ins Meer ragt und unglaublich schön ausschaut. Wir fahren mit dem Schiff sehr nah heran und können im Wasser viele Eisbrocken entdecken, die vom Gletscher stammen. Eine Begleiterin fischt auch Gletschereis aus dem Wasser und man kann es in die Hand nehmen. Wir beobachten tatsächlich auch wie der Gletscher ein paar Mal kalbt und das Eis mit lautem Getöse ins Meer fällt.

Gletschereis Aialik Gletscher

Und endlich, endlich entdecken wir auch die ersten Wale. Wir können ein paar Finnwale beobachten und freuen uns wir verrückt.

Finnwal Alaska

Durch Superzoom etwas unscharf – aber da ist einer!

Auf der Fahrt zurück werden die Kinder schnell noch zu Junior Rangern ausgebildet. Hierzu muss man, je nach Alter, in einem sehr nett gemachten Heft ein paar Seiten rund um das Thema Nationalpark, Schutz der Umwelt etc. ausfüllen und erhält von der an Bord anwesenden Rangerin ein Abzeichen aus Holz sowie ein Diplom ausgestellt. Ein besseres Andenken geht fast gar nicht.

Alaska mit Kindern: Seward – Sea life Center

Einzigartig in Alaska und einzige Auffangstation für in Not geratene Meeresbewohner und Vögel, kann man hier gut und gerne ein paar Stunden verbringen. Es ist ähnlich, wie die Sea Life Center, die man in Deutschland kennt. Es werden Führungen angeboten und man kann sogenannte „Encounters“ buchen, wo man an die Tiere näher herankommt, diese teilweise auch füttern darf. Wir haben einen Otter Encouter dazu gebucht und konnten so einen kleinen Seeotter aus nächster Nähe betrachten und bekamen ganz viel Wissenswertes rund um diese Tiere sowie die Arbeit des Centers vermittelt.

Robbe im Sea Life Center Alaska

Eine Robbe im Sea Life Center Alaska

Sea Life Center Seward

Alaska mit Kindern: Denali Nationalpark

Ein absolutes Muss! Egal welche Möglichkeit des Besuches man dort wahrnimmt. Wir haben uns den Luxus gegönnt drei Tage im Kanthisna Roadhouse zu verbringen. Das liegt ganz am Ende des befahrbaren Teils des Parks. Mindestaufenthalt dort ist aufgrund der langen Anfahrt zwei Nächte und man bucht automatisch den All-Inclusive Service. Nicht ganz billig, aber lohnt sich aus unserer Sicht voll.

Landschaft Denali Nationalpark

Ca. 6 Stunden dauert die Fahrt dorthin, man wird bestens von der jeweiligen Busfahrerin informiert und erfährt viel Wissenswertes über den Park und seine Geschichte. Mit Glück sieht man auf dem Weg Elche, Karibus, Dall-Schafe, Adler, Grizzly-Bären, Murmeltiere, Bieber und viele andere Tiere, die man selbst nie entdecken würde aber die geschulten Augen von Kirsty haben einfach jedes Tier entdeckt! Selten sind 6 Stunden so schnell rum gewesen und die leckeren, selbst gebackenen Kekse halten einen unterwegs bei Laune.

Man übernachtet dort in netten Blockhäusern. Täglich wird man lecker bekocht, ist man auf einem der täglich angebotenen Hikes über Mittag unterwegs bekommt man Lunch Pakete. Man kann dort Fischen, Gold schürfen (wir sind um 5 klitzekleine Nuggets reicher), Schlittenhunde anschauen, abends gibt es sehr unterhaltsame Vorträge in der Bibliothek.

Die Guides dort sind extrem nett und gut informiert. Unvergesslich – unsere Schlammschlacht zum Bear Creek. Mit Ansage ohne Schimpfen durch Schlammlöcher laufen zu müssen, war für die Kids ein Fest. Unser Highlight dort: Wenn man sich morgens für die Rückfahrt um 5:30 Uhr aus dem Bett quält und dann um kurz vor 7 den Denali völlig wolkenfrei mit kitschigem Alpenglühen sieht, wie er sich im Wonder Lake spiegelt, da ist man einfach mal komplett sprachlos und nur noch dankbar für diesen Moment, den man nie mehr vergisst.

Elche Alaska Nationalpark

Weitere Möglichkeiten den Park zu besuchen: Selbst fahren darf man nur bis zu einem bestimmten Punkt zum Campen. Weitere Touren sind nur mit den parkeigenen Bussen möglich. Entweder bucht man eine geführte Tour oder man hat nur einen Shuttle-Bus, bei dem man an diversen Haltestellen Aussteigen und Einsteigen kann. Die letzte Camping Möglichkeit, aber nur mit Zelt, befindet sich am Wonder Lake. Im Park gibt es noch weitere Übernachtungsmöglichkeiten. Geführte Wanderungen werden angeboten.

Denali Nationalpark Alaska

Alaska mit Kindern: The Moose is loose

Das kleine, völlig mit Kitsch überladene Café The Moose Is Loose liegt auf dem Weg von Anchorage nach Homer in dem kleinen Städtchen Soldotna. Hier gibt es angeblich die besten Doughnuts weit und breit. Die haben wir nicht probiert, aber es gibt jede Menge andere zuckerschockauslösende Schweinereien, die täglich frisch gebacken werden in der Backstube im hinteren Teil des Ladens.

Denen kann und sollte man nicht widerstehen! Vor allem nicht wenn die Besitzerin, die ausschaut wie eine freundliche Oma, so freundlich fragt „What can I get you honey?“. Den Laden muss man gesehen haben! Es gibt ein paar Tische im hinteren Teil und um eine Pause einzulegen ist der wildgewordene Elch perfekt und eine Abwechslung zu den auch hier weit verbreiteten Starbucks Filialen.

Die Kinder waren nur schwer davon abzuhalten, eins der unzähligen Souvenirs – natürlich alles irgendwie mit Elch-Thema – mitzunehmen. Wir hatten viel Spaß mit den unzähligen Fotos, die überall an den Wänden hängen und Elche in den lustigsten Situationen zeigen, u.a. am Drive In Schalter des McDonalds von Homer.

Ausblick Homer Alaska

Alaska mit Kindern: Panorama-Ausblick in Homer

Alaska mit Kindern: Wandern/Hiken – Don’t mess with the ranger

Ein Alaska Urlaub lebt natürlich davon, dass man sich viel draußen in der Natur bewegt. Daher sollte man unbedingt auf wandertaugliche Schuhe und Kleidung sowie die obligatorische Regenausrüstung achten.

Die Parks oder Sehenswürdigkeiten verfügen alle über teilweise sehr moderne Besucher Center, in denen man u.a. Tickets löst, Wanderkarten erhält und oft eine schöne Ausstellung über die Geschichte, Land und Leute, Tierwelt, Gletscher etc. findet.

Valdez Alaska Familienurlaub

Geführte Touren werden oft angeboten und machen teilweise auch wirklich Sinn, da man selbst vieles nicht sieht oder entdeckt, was aber ein einheimischer Guide sofort findet. Ist man auf eigene Faust unterwegs, achtet man peinlich darauf, vorgegebene Wege nicht zu verlassen, da sich dies nachhaltig auf die Flora und Fauna auswirkt (das hatten unsere Kids schnell verinnerlicht und achten nun zu Hause auch mehr darauf, wie sie sich in der Natur bewegen). Und man hält sich penibel an Vorgaben oder Hinweisschilder, auch zur eigenen Sicherheit. Sonst bekommt man in den Parks schnell ärger mit den Rangers und das vermeidet man besser.

Sollte man tatsächlich vorhaben, viel auf eigene Faust unterwegs zu sein, sollte man sich vertraut machen mit diversen Methoden zur Abwehr großer Tiere wie Bären, Elche, Wölfe etc. Und das obligatorische Bären-Abwehrspray dabei haben. Man darf nicht unterschätzen, dass diese Tiere dort tatsächlich frei herumlaufen und plötzlich vor einem stehen können. Bewegt man sich aber in Gruppen, mit z.B. sechs amerikanischen Rentnern, die mehr Lärm machen als die eigenen Kids, ist eine solche Begegnung eher unwahrscheinlich.

Eichhörnchen Nationalpark Alaska

Alaska mit Kindern: Gut zu wissen
  • Beste Reisezeit: Juni/Juli wenn dort offiziell Sommer ist. Mitte September machen viele Hotels, Lodges bereits zu, da der Winter los geht.
  • Klima: Das Wetter kann sich schnell ändern, ähnlich wie bei uns in den Bergen. Wir hatten tatsächlich alles dabei von Skiunterwäsche, Handschuhe, Mützen etc. bis Bikini und haben es auch gebraucht. Es ist ratsam, immer Regenkleidung dabei zu haben. Mit Outdoor und wind- und wetterfester Kleidung und ein paar richtigen warmen Sachen (Jacke, Pulli) ist man gut beraten. Im August hatten wir tagsüber Temperaturen von max. 16-18 Grad. Im Denali Nationalpark hatte es die Woche vorher bereits geschneit! Als wir dort waren sind wir morgens bei 2°C aufgestanden. Es kann gerne auch ausdauernd regnen, aber wir hatten ziemliches Glück mit dem Wetter und Regen nur dann, wenn es uns eh nicht weiter gestört hat.
  • Geografie: Das Land ist riesig – wirklich! Ungefähr sechsmal so groß wie Deutschland, wohnen hier gerade mal rund 740.000 Menschen, davon fast die Hälfte in Anchorage. Die Orte, die wir auf unserer Reise sehen, sind, wenn überhaupt, große Dörfer, als Stadt läßt sich das oft kaum bezeichnen. Dafür findet man aber immer einen größeren Supermarkt, Cafés etc. Die Infrastruktur ist also recht gut.
  • Sollte man beachten: Man legt von A nach B oft weite Strecken zurück. Wir haben die Route so gewählt, daß wir max. 3-4 Stunden fahren mußten. Durch Pausen und immer wieder aussteigen und die Umgebung erkunden und bestaunen dauern die Etappen natürlich dann gerne mal 5-6 Stunden.
  • Übernachten: Viele Unterkünfte sind eher einfach, richtig schicke Luxushotels findet man selten bis gar nicht. Aber viele Appartements sind liebevoll eingerichtet, modern und haben voll ausgestattete Küchen. Selbstverpflegung ist also kein Problem. Dafür waren wir aber auch an Orten, wo sonst nix in der Nähe ist und man um die Verpflegung, die vor Ort angeboten wird, nicht umhin kommt. Man sollte vor allem in der Hochsaison im Voraus seine Unterkünfte buchen. Es gibt einfach nicht so viel Übernachtungsmöglichkeiten und wenn man es einigermaßen nett haben will, ist das ratsam. Wir waren da schlichtweg pragmatisch, da wir nicht abends noch mit zwei hungrigen und müden Kindern auf die Suche nach einer Herberge gehen wollten. Wirklich günstig sind aber auch die einfachen Unterkünfte nicht. Das sollte man bedenken.
  • Campen und Zelten ist weit verbreitet und man findet überall Möglichkeiten, sich auch mitten in die Natur zu stellen. Sonst findet man viele Campingplätze entlang der gängigen Routen.
  • Anreise: Wir haben einen Stopp in New York eingelegt, weil wir nicht die komplette Strecke in einem Rutsch fliegen wollten und uns und vor allem den Kindern die Möglichkeit geben wollten, sich langsam an die Zeitverschiebung zu gewöhnen. Direktflüge sind aber ab Frankfurt bis Anchorage durchaus möglich
  • Ausflüge/Touren: Manche Aktivitäten sind relativ teuer auf den ersten Blick. Aber wenn man das unter dem Gesichtspunkt „wann haben wir hierzu nochmal die Gelegenheit“ sieht, sollte man einige der viele Möglichkeiten einfach mitnehmen. Wenn man sich bereits für Ausflüge bei der Reiseplanung entschieden hat, sollte man diese ruhig bereits von Deutschland aus buchen. Es bietet sich aber häufig die Gelegenheit auch spontan vor Ort zahlreiche Aktionen zu buchen.
    Erleben kann man in Alaska mit Kindern eine Menge, vor allem, wenn man sich gerne draußen und in der Natur aufhält. Davon lebt eine solche Reise natürlich. Man sollte sich allerdings nicht zu viel vornehmen, sondern sich auch einfach mal treiben lassen.
    Fast überall gibt es sehr gut zu bewandernde Hikes in allen Schwierigkeitsstufen. Zu entdecken gibt es immer jede Menge in der Natur. Oft gibt es ein Besucher Zentrum, wo man hilfreiche Tipps und Routenvorschläge erhält.
  • Alaska mit Kindern – super familienfreundlich: Die Einwohner sind unglaublich freundlich. Und sehr „down to earth“. Sie leben viel mehr mit Bezug zur Natur und man merkt, wie sehr sie ihr Land zu schätzen wissen. Und sie gehen entsprechend gut damit um. Kinder sind gern gesehen, unsere zwei haben überall sofort „socialising“ betrieben und das ohne Englischkenntnisse. Nach zwei Wochen kam das „Thank you“ aber schon locker über die Lippen. Die Appartements haben oft eine eigene Küche, d.h. man kann sich selbst problemlos verpflegen. Essen gehen ist natürlich immer möglich. Alle Restaurants haben ein Kinder-Menü. Die Kinder bekommen immer sofort Malsachen und wurden nie als Störfaktor gesehen.
  • Budget: Ein USA Urlaub ist teuer, da muss man sich nix vormachen. So sind die Preise, wie überall in den USA, in Alaska mit Kindern ziemlich gesalzen. Dafür bekommt man aber z.B. vor allem an der Küste fantastischen frischen Fisch, sehr kinderfreundlich als „Fish & Chips“ präsentiert. Und Lachs frisch vor der Haustür geangelt, schmeckt nochmal so gut und völlig anders als in Deutschland.
Gletscher Tour Alaska
Alaska mit Kindern: Lassen – oder nur bedingt zu empfehlen:
  • Chena Hot Springs: Ja, die Einheimischen lieben es. Hat man kleinere Kinder dabei ist es aber eher zu vernachlässigen. Die dürfen in die heißen Schwefel-Quellen nämlich nicht rein, das ist erst ab 16 erlaubt. Das zugehörige kleine Schwimmbad ist eher fad und für unsere Verhältnisse schmuddelig und viel mehr machen, wenn man dort nur für eine Nacht ist, kann man nicht wirklich. Viele Einheimische nutzen das im Winter nach diversen Outdoor Aktivitäten, um sich aufzuwärmen, für uns war es jetzt nicht wirklich spektakulär. Aber das Essen im Restaurant war superlecker!
  • Fairbanks: Wir hatten uns zwischendurch mal wieder auf „Stadt“ gefreut. Fairbanks stellte sich aber als eher unspektakulär heraus und wir sind relativ schnell weiter gefahren.
  • Talkeetna: Talkeetna ist das, was man bei uns klassischer Weise eine Touristen-Hochburg nennen würde. Shop an Shop, viele Restaurants und Cafés neben diversen Aktivitäten, die man hier buchen kann: Besuch im Hundeschlitten-Zwinger, Rundflüge zum Denali, Angeltouren etc. Wer aber zwischendurch einfach mal wieder etwas mehr Zivilisation und Action haben möchte ist hier gut aufgehoben.
  • Wir haben hier einen Schlittenhunde Zwinger besucht. Was einem dabei klar sein muss: Es handelt sich hier nicht zwangsläufig um niedliche, gut erzogene Huskies. Viel mehr um gut 60 temperamentvolle Mischlinge, die sich nicht unbedingt gerne anfassen lassen. Da unsere Kinder Tiere lieben und keine Angst haben, war es für sie toll. Für Mama war das eher eine Herausforderung. Und natürlich drei Monate alte Welpen zu streicheln … Was soll ich sagen … Nein, die passen nicht in den Koffer! Und man erfährt sehr viel über das berühmte Schlittenhunderennen Iditarod, das in Alaska jedes Kind kennt und jährlich im März ausgetragen wird. Der zwar etwas wortkarge Chef des Zwingers, der jedes Jahr selbst mitfährt, hatte da die eine oder andere Geschichte auf Lager.

Schlittenhunde Alaska

Besuch bei den Schlittenhunden Alaskas

Bootstour Alaska mit Kindern

Bootstour in Alaska mit Kindern? Check!

Fischkutter Homer Alaska

Der Fischkutter Milo in Homer

Robben Alaska Bootstour

Die Robben lassen es sich in der Sonne gut gehen!

Wasserfall Hiking Valdez

Hiking Valdez – Naturschauspiel Wasserfall


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Die Gastautorin von Alaska mit Kindern:

Wir sind abenteuerlustig und immer für eine Reise zu haben. Unsere Kinder sind lebhaft, neugierig und haben diese Reise super mitgemacht. Abgesehen vom üblichen Gemecker (wann sind wir da? Wie lange noch? Ich habe Hunger, JETZT!) waren beide unglaublich entspannt. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass je entspannter man selbst mit vielen Situationen umgeht, desto relaxter nehmen das auch die Kids. Wir trauen und deshalb auch schon mal Dinge zu, wo andere die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Wir: Das sind Jochen, 45 Jahre alt und aktuell selbstständiger Unternehmer, Nicole, 43 Jahre alt und Eventmanagerin bei einem Pharma Unternehmen, Stella, die während der Reise ihren 10. Geburtstag in Mexico gefeiert hat und nun die 5. Klasse eines Gymnasiums besucht, Lilly, 6 Jahre alt, jetzt Grundschülerin. Aktuell leben wir in Karlsruhe.

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