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Little Lilies Diary | 03. December 2017

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2 Kommentare

Minimalismus mit Kind – reduziert leben & ein aufgeräumtes Kinderzimmer

Pia
  • am 18. Mai 2017

Während meiner Schwangerschaft bin ich in Sachen Minimalismus mit Kind so richtig heiß gelaufen. Nestbautrieb? Bei mir war es eher ein Wegschmeiß-Trieb. Mein Handy glühte nur so vor Nachrichten, die ich auf eBay Kleinanzeigen bekam, weil ich so viel meines Krempels dort verschenkte. Ich mistete aus und unsere Mülltonne hatte Woche für Woche nicht genug Fassungsvermögen für all die Dinge, die ich wegwarf. Ich schwor mir: Mein Kind wird kein ewig überfülltes Kinderzimmer haben, vollgestopft mit Dingen, die es gar nicht braucht. Lieber Qualität statt Quantität.

Ihr ahnt, worüber ich euch jetzt berichten werde: Leider sieht das 10 m² Kinderzimmer heute nicht so aus wie aus einem aufgeräumten Vitra-Katalog. Denn eindeutig besitzt mein Baby mehr als genug Kuscheltiere und viel zu viel Spielzeug, das er noch gar nicht begreifen kann. Aber wie viel ist zu viel? Und wie schaffe ich es, einen Überblick über den ganzen Krimskram zu behalten.

Minimalismus mit Kind – Kinderkleidung, minimalistische Kindermode

Ein Baby braucht viele Klamotten, denn hier und da geht schonmal was daneben, gerade wenn man, wie ich, Wert darauf legt, dass das Kind auch mal was alleine von der Hand in den Mund führt und nicht nur vom Löffel schlabbert. Deswegen haben wir genug Wechselklamotten für ihn.

Insgesamt passen Karls Klamotten alle in eine Schublade der Wickelkommode in seinem Zimmer. Insgesamt sind das drei Schubladen, die oberste beherbergt seine Stoffwindeln (darüber erfahrt ihr bald mehr!), die mittlere seine Klamotten und die unterste Klamotten, die noch zu groß sind oder Dinge, die gerade nicht in Benutzung sind wie z.B. der Sonnenschirm für seinen Kinderwagen.

In unregelmäßigen Abständen, besonders wenn ich merke, dass die Schublade immer wieder fast überquillt, sortiere ich ein paar Teile aus. Oft bringe ich sie dann meiner Hebamme vorbei, denn die arbeitet ehrenamtlich in der ZAST (Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber) und betreut dort Schwangere und Mütter, die sich über die aussortierten Sachen freuen. Die besseren Teile verkaufe ich über Mamikreisel, das Schwarze Brett Bremen oder eBay Kleinanzeigen. Wenn die Klamotten eh schon gebraucht sind, verschenke ich sie einfach und lasse sie abholen oder mir das Porto bezahlen.

Wusstet ihr, dass man sich auch Klamotten für Kinder mieten kann? Ziemlich praktisch und nachhaltig, da gerade die Kleinen ja so unglaublich schnell wachsen. Dafür gibt es verschiedenste Portale wie z.B. Kilenda oder Kindoo, aber auch regional gibt es oft kleinere Unternehmen, die solche Services anbieten.

Minimalismus und Kinder – Spielzeug

Karl ist zehn Monate alt und spielt schon ziemlich viel. Er hat drei Kisten voll mit Spielzeug. Zwei davon sind gefüllt mit Dingen, die ich nicht so gerne mag (Stichwort Plastik), die er noch nicht versteht oder die noch zu schwer oder sperrig sind, so dass er sich damit verletzten könnte. Die kleinste der drei Kisten befülle ich regelmäßig mit einer Auswahl von Dingen, die für ihn spannend sind. Dabei achte ich darauf, dass es nicht zu viel wird und ich die Sachen austausche, damit die Kiste für ihn interessant bleibt.

Allgemein ist mir aber schnell klar geworden, dass Spielzeug für ein so kleines Kind eigentlich alles sein kann. Wenn ich zum Beispiel in der Küche hantiere, dann setze ich Karl einfach vor den Schrank in dem die Töpfe und Backutensilien im untersten Fach sind. Die räumt er dann regelmäßig aus und wieder ein. Oder ich klappe die leere Spülmaschine auf, wo er dann begeistert das untere Fache rein und wieder herausschiebt.

Minimalismus mit Kind – Kuscheltiere der eigenen Jugend

Okay, vorne weg: In diesem Punkt bin ich sehr schlecht. Ich schleppe, seit ich von Zuhause ausgezogen bin, meine Kuscheltiere von Wohnung zu Wohnung mit. Dementsprechend hat auch Karl viele meiner alten Lieblinge „geerbt“. Wir haben auf dem Flohmarkt einen riesigen, alten Reisekoffer erstanden, in dem seine kleinen Freunde heute alle Platz finden und ihm beim Spielen zuschauen können. Er interessiert sich noch nicht wirklich dafür und ich weiß, dass das der nächste Punkt ist, wo ich dringend ausmisten muss.

Minimalismus im Kinderzimmer

Bei der Möblierung im Kinderzimmer sind wir wirklich ziemlich zurückhaltend, denn bei 10 m² fehlt vor allem eins – Platz. Aber da Karl ja noch sehr klein ist, ist das Zimmer mehr als groß genug für ihn. Als Karl noch kein Zimmer hatte, hat es mich schnell genervt, keinen festen Platz für seine Sachen zu haben. Überall in der Wohnung gab es kleine Ecken und Kisten, die gefüllt mit Spielzeug, Windeln und Spieldecken waren. Deswegen sind wir schnell aus unserem kleinen Schlafzimmer ausgezogen, haben das Arbeitszimmer wegrationalisiert und ihm sein eigenes kleines Reich geschaffen.

In Karls Zimmer stehen nur sein wunderschönes, mitwachsendes Bett von Flexa, seine Vintage Holz-Wickelkommode, die ich mit den bunten Knäufen etwas verschönert habe, nebenan ein Tisch für den Wickelkram, ein Stuhl zum Ins-Bett-bringen, seine Spielzeugkisten, der Koffer mit den Kuscheltieren und ein Bücherregal, auf dem auch die Anlage steht. Wenn man das so liest, klingt es relativ viel, aber ich finde, dass immer noch genug Platz ist für Karl und seine Spielkameraden, sei es sein Papa oder ein befreundetes Kind.

Ich finde Möbel mit Schubladen oder Regale mit Schubladen praktisch, denn so ist alles immer ordentlich weggepackt, auch wenn es innen vielleicht nicht so aufgeräumt aussieht. Außerdem mag ich, dass der Boden in Karls Zimmer durch den Koffer und die Kisten abends super schnell aufgeräumt ist. Das ist auch wohl einer der Hauptgründe, warum Minimalismus mein angestrebtes Lebensmodell ist – die Unlust, Zeit für Aufräumen zu vergeuden. Wenn er tagsüber spielt, dann lege ich ihm seine Spieldecke auf den Boden, darauf kann er alles verteilen und rumwerfen. Abends kommt alles zurück an seinen Platz und die Decke falte ich in Nullkommanichts zusammen und lege sie auf die Kisten. So trete ich auch morgens, wenn ich noch verquollen und verschlafen rüberstolpere, um ihn aus dem Bett zu holen, nicht irgendwo drauf und kann direkt nach dem Frühstück schnell saugen, oder währenddessen unseren Staubsaugerroboter (ja, seit ich Mutter bin, stehe ich extrem auf so kleine Haushalts-Gadgets wie auch den Thermomix) durchs Kinderzimmer jagen.

Und was ist sonst noch so geplant? Sobald unser alter Kleiderschrank aus seinem Zimmer verschwunden ist, möchte ich für die Ecke auch so eine süßes, kleines Tipi, in dem Karl spielen kann. Aber wie ihr euch denken könnt – ein Umbau mit Kind dauert zehnmal so lange wie ohne.

Minimalismus mit Kind – Reizüberflutung vorbeugen

Nicht nur das Aufräumen ist ein Grund, warum ich möchte, dass das Kinderzimmer nicht so voll gestopft ist, sondern auch die Reizüberflutung, der Karl jeden Tag ausgesetzt ist. Momentan hat er neben seiner Spielzeugkiste, in der immer so circa zehn Teile sind, noch zwei Luftballons in seinem Zimmer, mit denen er auch liebend gern spielt. Allerdings merken wir wirklich schnell, dass seine Aufmerksamkeit nur so von Ding zu Ding hüpft und er sich manchmal gar nicht länger mit einem Teil beschäftigen kann, weil es so viel zu entdecken gibt. Manchmal finde ich das okay, aber wenn ich wirklich mit ihm im Kinderzimmer sitze und spiele, dann versuche ich schon darauf zu achten, dass wir uns einer Sache annehmen und uns richtig darauf konzentrieren und lege die restliche Sachen beiseite. Ich kenne das auch von mir, dass ich oft zu schnell abgelenkt bin und den kleinsten Reizen wie Geräuschen oder vermeintlich subtilen Gedanken wie „Was muss ich heute noch einkaufen?“ nachgebe, mich dann völlig darin verliere und meine Konzentration weg ist. Das muss für ein Baby ja noch deutlich stärker ausgeprägt sein, so interessant und neu wie alles um ihn herum ist …

Minimalismus mit Kind – Zubehör wie Trinkflaschen, Schnuller & Co

Ein Baby braucht ja nicht nur Spielzeug und Klamotten. Wie ich finde, sind Trinkflaschen, Schnuller, Teller und Besteck ja auch richtige Platzfresser. Karl hat nach dem Stillen keine Pre-Milch getrunken und so waren die fünf Flaschen, die ich während der Stillzeit angesammelt hatte, zurückblickend echte Platzfresser. Ich mache es jetzt so, dass ich wirklich nur etwas kaufe, wenn wir es dringend brauchen. Karl hat eine Trinkflasche, einen Teller und eine Schüssel für Müsli und Milchbrei morgens. Ich hatte am Anfang auch viel Kindergeschirr und Trinkbecher, die er aber momentan noch gar nicht nutzt. Meine neue Regel: Von jedem Teil „einer Kategorie“ bewahre ich eins auf und schaue dann, wenn es Zeit ist, ob ich es wirklich brauche.

Minimalismus mit Kind – Woher kommt eigentlich der ganze Müll?

Wow, über den neuen Müllverbrauch mit Kind kann ich glaube ich ein ganz eigenes Kapitel schreiben. Zum Glück wickeln wir mit Stoffwindeln, die wir einmal angeschafft haben und immer wieder waschen. Von befreundeten Eltern habe ich schon gehört, dass sie eine größere Tonne beantragen mussten, weil die Windeln einfach immens viel Platz fressen. Das Problem haben wir nicht, aber dafür viel Altglas.

Inzwischen dünsten wir für Karl mittags im Thermomix frisches Gemüse und geben es ihm in die Hand, aber bis vor einem Monat hat er tagsüber noch regelmäßig Brei aus dem Gläschen bekommen, weil wir es nicht hinbekommen haben, frisch für ihn zu kochen (– das war wirklich die Ausnahme, leider). Ich probiere so gut es geht, die meisten der Gläser wiederzuverwenden, um Zutaten darin luftdicht zu verschließen oder neuen Brei für Karl einzukochen. Allerdings bleibt immer noch relativ viel Altglas über und ich habe schon einen neuen, riesigen Korb angeschafft, in dem wir die leeren Gläschen aufbewahren. Mein nächster Schritt wird sein, sie alle nochmal durchzuspülen und bei eBay Kleinanzeigen als „zu verschenken“ reinzustellen. Es gibt doch sicher Leute, die noch Gläser suchen, weil sie Marmelade oder anderes Zeug einkochen wollen. Was meint ihr? Wie löst ihr euer Altglas Problem mit Baby?

Minimalismus mit Kind – lieb gemeinte Geschenke

Jeder Elternteil kennt das: Freunde und Verwandte lieben es, Babys und Kleinkinder zu beschenken. Das finde ich auch wirklich toll und man kann es sich zu Nutzen machen. Zur Geburt habe ich meinen Eltern und engen Freunden gesagt, dass wir mit Spielzeug und Babyklamotten von unseren Eltern-Freunden schon gut ausgestattet wurden und wir uns melden, wenn wir mal etwas wirklich brauchen. Die meisten haben das akzeptiert oder Gutscheine für Rossmann oder dm geschenkt, was wirklich ein perfektes Geschenk für (werdende) Eltern ist!

Aber manche Freunde schenken natürlich trotzdem, verständlich, es macht ja auch wirklich Spaß sich in Spielzeugläden treiben zu lassen und etwas ganz Besonderes auszusuchen. Ich bewahre Geschenke grundsätzlich erstmal auf und lasse Karl auch damit spielen. Aber wenn er eh kein Interesse zeigt oder ich das Spielzeug nicht wertvoll finde, dann verkaufe oder verschenke ich es auch. Da fühle ich mich emotional nicht verpflichtet.

Tja, soweit mein Update zu meinem Minimalismus mit Kind und dem Anspruch von einem reduzierten Kinderzimmer. Legt ihr auch Wert darauf, euer Kind nicht mit zu viel Spielzeug zu umgeben? Wie regelt ihr das im Alltag? Schreibt mir doch eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!

Kommentare

  1. Sehr sehr coo.sie Richtung strebe ich auch an. Die babygläschen verwende ich für: neuen Obst Brei, backzubehör, Gewürze, Sonstigem kleinen was aufbewahrt werden muss oder verschenke es.

    • Pia

      Hallo Eva, danke für deine Vorschläge.
      Genauso mache ich das auch! 🙂
      Lieben Gruß,
      Pia

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