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Little Lilies Diary | 13. October 2017

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Lenk im Simmental: 7 Tipps für einen idyllischen Familienurlaub in der Schweiz

Pia
  • am 30. Mai 2017

Habt ihr schon mal von der Lenk im Simmental gehört? Zwischen blühenden Wiesen, auf denen die vielen berühmten Simmentaler Kühen grasen, und fantastischen Berglandschaften hatten wir hier wunderbare Ferien zu dritt. Und ja, dieser Ort ist weiblich, denn früher sagte man anstatt Lenk „lange Ecke“ und da diese ja weiblich ist, wurde daraus irgendwann die Lenk. Die Lenk liegt eine gute Zugstunde von Bern entfernt in der südlichen Schweiz. Die Region ist ein wirklicher Geheimtipp und es wird gemunkelt, dass sogar Mark Zuckerberg, der Facebook-Gründer, hier ein kleines Chalet unterhält.

Hier folgt mein Bericht über herrliche Tage in einer ganz besonderen Ecke der Schweiz und 7 Tipps gibt es natürlich auch für euren nächsten Familienurlaub in Lenk im Simmental.

Lenk im Simmental Tipp 1: Reka Feriendorf Lenk im Simmental

Während unserer Zeit in der Schweiz wohnten wir im Reka Feriendorf Lenk. Das Feriendorf wird seit 20 Jahren von John Hänni geführt, der hier mit seiner Frau Moni seine zwei Kinder, Tim und Jamie, großzog. John ist ein wunderbarer, herzlicher Gastgeber und lebt für das Feriendorf. Bei unserer Ankunft erzählt er uns, wie er und seine Frau durch ihre Kinder lernten, was Familien im Urlaub für besondere Bedürfnisse haben und so richteten sie das Feriendorf genau darauf aus.

Hier gibt es alles, was das Kinderherz begehrt. Einen eigenen Streichelzoo mit Ziegen, die nur darauf warten von fleißigen Kinderhänden mit Gras gefüttert zu werden, eine Rennstrecke, die mit Bobbycars und Elektroautos nur von Kindern befahren werden darf, eine Minigolf-Anlage, ein Hallenbad mit Wasserspielzeug und vieles mehr. Dazu kommt noch die malerische Kulisse, in der das Feriendorf liegt. Umgeben von grünen Wiesen, eindrucksvollen Bergen und weidenden Kühen herrscht hier Idylle pur!

Jede Familie hat im Feriendorf ihr eigenes kleines Apartment, das eine solide Grundausstattung hat. Viele Babyartikel können ganz einfach geliehen werden und so haben wir unseren Kinderwagen einfach zu Hause gelassen und nur die Rückentrage mitgenommen – super praktisch!

Die Reka ist eine ganz besondere Organisation in der Schweiz. Arbeitgeber können ihren Angestellten nämlich eine Lohnnebenleistung in Form von Reka-Geld auszahlen, das sie dann zweckgebunden z.B. für Ferien in einem Reka-Dorf einlösen können. Die Idee rührt daher, dass sich viele Schweizer keine Ferien leisten konnten, aber dringend Erholung brauchten. So entstand die Idee mit dem zweckgebundenen Geld, das auch dem Schweizer Tourismus zu Gute kam. Vor der Entstehung der Reka Dörfer dachten die Gründer erst daran einen Campingplatz aufzumachen, aber nachdem sie auf dem Gelände eine stürmische, verregnete Nacht in den Zelten verbrachten und am Morgen komplett durchnässt waren, stand die Idee für die Apartment-Dörfer fest.

Mehr über das Reka Feriendorf Lenk erfahrt ihr im Blogpost: Urlaub wie bei guten Freunden | Unser Geheimtipp: Das Reka Feriendorf Lenk in der Schweiz

Lenk im Simmental Tipp 2: Kutschfahrt durchs Dorf Lenk im Simmental

Eigentlich erkunden wir neue Umgebungen am liebsten zu Fuß, denn wer läuft entdeckt ganz besonders tolle Orte. Aber zu einer Kutschfahrt durchs Dorf konnten wir einfach nicht Nein sagen! Ach, wie haben wir diese eine Stunde Kutschfahrt genossen.

Von unserem Kutscher Franz und seinen Pferden Milena und Galiena wurden wir rein ins Dorf und einmal rund um den herrlichen Lenkersee gefahren. Franz hat uns dabei die schönsten Orte gezeigt und sogar für eine kleine Foto-Pause am Lenkersee einen Halt gemacht. Die Kutsche fährt vom Reka Feriendorf jeden Donnerstag um 16 und 17 Uhr ab und dauert ungefähr eine Stunde.

Wer nicht im Reka Dorf nächtigt, kann hier mehr Informationen zu Kutschfahrten finden: Pferdekutsche fahren in der Lenk

Lenk im Simmental Tipp 3: Lenk im Simmental: Besuch auf dem Bauernhof

Wahrscheinlich unser aller Highlight war der Besuch von Familie Siegfried auf ihrem Hof, wo auch die aktuelle Miss Lenk wohnt. Die Miss Lenk ist in diesem Falle nicht die Gewinnerin einer herkömmlichen Miss-Wahl, sondern wurde 2016 zur schönsten Simmentaler Kuh gekürt. Anemone heißt sie und lebt mit 17 anderen Kühen und dem Stier Amorino, der in der Herde übrigens nichts zu sagen hat – da haben sich die Kühe durchgesetzt, bei Familie Siegfried.

Während der Butjer in der Nachmittagssonne den Hofkatzen hinterher jagt, erzählt uns Sohn Adrian von dem Familienbetrieb, der Milch- und Käseproduktion und was an den Simmentaler Kühen so besonders ist.

Die Kuh aus der Lenk im Simmental:

Die Simmentaler Kuh ist eine typische Bergkuh. Erkennen tut man sie an dem hellen Braunton des Fells und den markanten Hörnern. Hier in den Alpen müssen die Kühe besonders fit sein, denn das Weiden an den steilen Hängen geht nur mit guten Gelenken und einer gewissen Fitness. Außerdem werden die Kühe über den Sommer auch zur höhergelegenen Alp gebracht, wo sie dann weiden. Diesen dreieinhalbstündigen Marsch schafft nicht jede Kuhart. Die Simmentaler Kuh ist also eine sehr robuste Kuh, sie braucht keine Zufütterung, sondern ernährt sich nur von Gras. Dafür gibt sie nicht so viel Milch wie z.B. eine schwarz-weiße Kuh, aber im Vergleich noch relativ viel, nämlich circa dreißig Liter pro Tag bei zweimaligem Melken.

Jedes Jahr zum Alp Auf- und Abzug, also wenn die Kühe hinauf oder hinunter gebracht werden, gibt es in der Lenk ein riesiges Fest. Dafür werden die Hörner der Kühe mit bunten Blumen geschmückt und die Dorfbewohner und viele Schaulustige nehmen an der Zeremonie teil.

Adrian und seine Eltern sind wirklich mit Freude und Leidenschaft Landwirte. Ansonsten würden sie den Alltag gar nicht schaffen, denn ihre Arbeit ist nicht mit einem normalen Beruf zu vergleichen. Jeder Tag beginnt um fünf Uhr, denn die Kühe müssen reingeholt, gemolken und wieder auf die Weide gebracht werden. Dann folgt um acht Uhr ein normaler Arbeitstag (im Winter arbeiten Adrian und sein Vater am Skilift in Lenk) und abends folgt das gleiche Prozedere im Familienbetrieb. Sie machen diese Arbeit gerne und nehmen so das „Doppelleben“ gern in Kauf, es ist eine Leidenschaft und das für 365 Tage im Jahr – durchgehend.

Wenn ihr Familie Siegfried auch mal auf ihrem Bauernhof besuchen und eine Führung bekommen möchtet, dann schreibt Adrian eine Mail an: [email protected]

Lenk im Simmental Tipp 4: Hoch hinaus auf den Stockhorn in Erlenbach

Eine einstündige Zugfahrt von der Lenk im Simmental entfernt befindet sich Erlenbach im Simmental. Hierher fahren wir mit dem Zug und laufen dann noch einmal 15 Minuten zu unserem Ausflugsziel – dem Stockhorn. Wir wollen den berühmten Berg besteigen, einmal um den Hinterstockensee laufen und den Gipfel erklimmen, das alles in der prallen Mittagssonne. Am Fuße des Berges nehmen wir die Stockhornbahn zur Mittelstation. Bei der Mittelstation gibt es übrigens einen Adlerhorst, in dem ein Pärchen wohnt, also haltet die Augen offen, wenn ihr den Berg hinauf fahrt. Unser Bergbahnführer hat uns erzählt, dass er den Adler mit einer Flügelspannweite von zwei Metern einmal ganz nah an der Gondel vorbeifliegen gesehen hat. Das war aber wohl ein echter Glücksfall, denn die scheuen Tiere bekommen die Besucher nicht so häufig zu Gesicht.

Nach zehn Minuten Bergbahnfahrt sind wir schon an unserem ersten Stopp angekommen – dem Hinterstockensee. Wunderschön lag er da mit seinem türkisblauen Wasser, auf den Hängen noch der Schnee von letzter Woche. Wir hatten Glück, denn das gute Wetter war mit uns und so machten wir uns auf zur familienfreundlichen Wanderung – der Umrundung des Sees.

Umrundung des Hinterstockensee:

Die Wanderung hat uns ungefähr eine Stunde gekostet in der prallen Hitze und mit dem Kurzen (schlafend) in der Trage auf dem Rücken. Der Weg ist als kinder(wagen)freundlich ausgezeichnet und sicher kann man ihn auch mit einem Kinderwagen bezwingen, aber wirklich angenehm ist das wahrscheinlich nicht, denn es geht schon gut auf und ab. Ich würde euch empfehlen, eine Trage für die Kleinsten mitzunehmen, größere Kinder können die Wanderung sicher auch gut mitmachen. Es geht einmal um den See und auch durch zwei Höhlen.

Von der Mittelstation kommt ihr dann in fünf Minuten hoch auf den Berg, zum Panoramarestaurant Stockhorn mit der fantastischsten Aussicht, zur Panoramaplattform und zum Gipfel. Das Restaurant liegt 2.139 über dem Meeresspiegel und wir haben leider vergessen für die Erwachsenen die Sonnencreme einzupacken. Das hat unserer Haut nicht besonders gutgetan, also seid gewarnt!

Ein halber Meter Schnee und strahlender Sonnenschein!

Was ich besonders faszinierend fand: Das Wasser zum Abwaschen und Kochen wird hier täglich mit der Bergbahn hinaufgebracht. Das sind an einem normalen Tag circa 3.000 – 4.000 Liter, wenn es größere Veranstaltungen gibt oder am Wochenende können es aber auch mal um die 6.000 Liter sein. Wenn so ein großer Kanister in der Bergbahn mitfährt, dann finden immer noch vierzehn Leute darin Platz. Wahnsinn, oder? Das Wasser kommt von einer Quelle, die bei der Mittelstation des Stockhorn liegt. Die Toiletten werden mit dem Schmelz- und Regenwasser betrieben.

Lenk im Simmental Tipp 5: Ausflug von Lenk im Simmental zu den Simmenfällen

Weiter geht es mit dem Aktivurlaub! Mit Fahrradanhänger und gut gelauntem Kind haben wir uns aufgemacht, die Simmenfälle zu besuchen. Die Radtour dauert vom Feriendorf (wenn man so langsam fährt wie wir) ungefähr vierzig Minuten. Der Radweg ist gut beschildert und wir haben super hingefunden, außerdem ist die Strecke herrlich. Wir sind durch blühende Wiesen gefahren, das Bergpanorama immer im Blick.

Ein Besuch der Simmenfälle lohnt sich auf jeden Fall. Die Wassermengen, die dort hinunter rauschen sind so beeindruckend. Danach bietet es sich an, im nahegelegenen Restaurant Simmenfälle noch ein Getränk zu nehmen, bevor es zurück ins Dorf geht.

Lenk im Simmental Tipp 6: Raclette oder Fondue mit echtem Schweizer Käse

An unserem ersten richtigen Abend in Lenk haben wir direkt mit John im Feriendorf Raclette mit besten Schweizer Käse genossen. Der Zufall wollte es so, dass der Käse tatsächlich vom Bauernhof von Familie Siegfried kam. Käse zu essen gehört bei einem Schweizurlaub definitiv zum Pflichtprogramm und deswegen empfehle ich euch auch, an einem Raclette- oder Fondueabend teilzunehmen.

Jeden Montag findet z.B. der Raclette-Abend um 18:30 Uhr im Reka Dorf statt. Es gibt lecker würzigen Käse mit Kartoffeln, sauren Gurken und eingelegten Zwiebeln und der Gastgeber, John persönlich, begleitet den Abend mit seiner Musik. Wenn ihr mehr Lust auf Fondue habt und auf der Suche nach etwas ganz Besonderem seid, dann ist die Fondue-Kutschfahrt bestimmt etwas für euch. Da sind dann gleich zwei Programmpunkte meiner Tipps für Lenk im Simmental abgehakt – Kutschfahrt und Käse essen.

Lenk im Simmental Tipp 7: Winterurlaub in Lenk im Simmental

Die Lenk ist eine richtige Familienregion und hält Aktivitäten für Wind und Wetter bereit. Wir waren ja im Frühling dort, aber besonders berühmt ist die Lenk auch für den Winterurlaub. Das Skigebiet Adelboden-Lenk ist das dritt beliebteste der Schweiz, aber dabei ist es noch ein richtiger Geheimtipp. Für Familien mit kleinen Kindern gibt es einiges zu erleben, wie zum Beispiel den drei Kilometer langen Schlittelweg am Lenker Betelberg oder den sechs Kilometer langen Schlittelweg vom Leiterli ins Pöschenried, die beide mit traditionellen Holzschlitten oder speziellen Rennschlitten bezwungen werden können. Schlitten könnt ihr ganz einfach an der Bergstation Leiterli gegen Gebühr ausleihen.

Für Ski und Snowboard-fahrende Familien eignet sich zum Beispiel das familienfreundliche Skigebiet Rossberg, der Jaunpass (Boltigen) oder auch der Betelberg. Einen großen Snowpark gibt es in Metsch. Allgemein hat die Skiregion Adelboden-Lenk einiges zu bieten, mehr Informationen bekommt ihr hier: Ski und Snowboard fahren in der Skiregion Adelboden-Lenk

Wir hatten wirklich eine traumhafte Zeit in der wunderschönen Lenk im Simmental und empfehlen euch definitiv, mal einen Urlaub in der Schweiz einzuplanen! Wir werden ganz sicher wiederkommen und hoffentlich auch mal den Winter in dieser wunderschönen Region erleben!

Mehr Fotos von unserem Urlaub in der Lenk:

Junge Kühe, die neben unserer Kutsche herlaufen

Wohin man blickt – weidende Simmentaler Kühe

Eine Radtour ist in der Lenk nie eine schlechte Idee

Die aufgehende Sonne im Feriendorf Lenk

Der Blick aus dem Schlafzimmerfenster

Nur eine Auswahl der Kinder-Fahrzeuge …

… für die Rennstrecke im Feriendorf.

Was für eine Idylle!

Mein Heidi-Moment in den Schweizer Alpen

So begrüßt uns die Lenk an der Haltestelle „Boden“

Grandiose Landschaft auf dem Stockhorn

Familytime in der Kutsche

Unsere Trage hat uns gute Dienste geleistet.

Die Wanderstrecke auf dem Stockhorn (Mittelstation)

Auch bei Regen kann, dank Überdachung, im Reka Feriendorf Trampolin gesprungen werden

Die Simmentaler Kuh erkennt man am hellen Braunton und den markanten Hörnern

🙂

Die Glocken der Kuhherde von Familie Siegfried

Auf dem Bauernhof der Familie Siegfried

Die Jungs vor den Simmenfällen

Bei den Simmenfällen geht’s ganz schön steil bergauf.

Der Butjer und die Mutti

Definitiv das coolste „Spielzeug“ im Feriendorf – das Karussell

Jakobs Fütterung

Vielen Dank an Schweiz Tourismus, REKA und Lenk-Simmental Tourismus für die Unterstützung!

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